Özlem Bulut Band – Aşk BitmezAşk, out now)

Walzerkönig
After listening to this, I asked myself why I had not listened to Özlem Bulut before and I found my answer in the mica text that led me to this band. They use the word “ethnojazz-ensemble”. Brrrr. It’s not, though. I mean it is, obviously, the people at mica do know how to describe music properly, and there is jazz and oriental music and an oud and a jazz singer. But it’s not the collection of thoughtlessly thrown together ethnic influences your hippie parents listened to in their midlife crisis. This is clever and cheeky and fun and if you need a visual, Özlem Bulut is wearing a wedding veil with a leather jacket which might be my new favourite look. http://walzerkoenig.tumblr.com/post/92534390543/ozlem-bulut-band-ask-bitmez-from-ask-out-now

Ask“ – Türkische Liebe aus Wien in Scheiben von ÖZLEM BULUT

Music Austria – Mica
Das aktuelle Album der in Anatolien geborenen Sängerin Özlem Bulut samt Combo bringt wortgewandte Liebesbotschaften und Politisches in (türkischem) Schmäh verpackt. Ein Feuerwerk der Sinnlichkeit wird musikalisch entfacht, das bis zum letzten Ton in Bann zieht, berührt und zum Tanzen verführt.
Ein weißes Brautkleid trägt sie und hält einen „Tschik“ in der Hand. So positioniert sich die kurdische, studierte Opernsängerin, die ihre Heimat in Wien gefunden hat, selbstbewusst auf dem Cover ihrer zweiten CD: Oriental trifft Jazz, Folklore „meets“ Elektronik. Mit geschickten Händchen werden die Eigenkompositionen kreativ arrangiert und lustvoll von der Formation gespielt. Gemeinsam mit dem Wiener Komponisten Marco Annau entstand eine ansprechende Mischung aus türkischer (Volks-)Musik und Pop. Manche Song klingen in voller Besetzung mit kraftvollem, arabischen Sound durch Darbuka (arabische Trommel), Saz und Oud (Lauten) und Streichern, andere orientieren sich mehr am Pop, aber nie banal und immer von einem Hauch Melismen umgeben. Dem Arrangeur Annau war es wichtig, der Sängerin reichlich „Platz“ zu lassen damit ihre Stimme zur Geltung kommt und man die Texte versteht. Wer kein Türkisch kann, für den gibt es Übersetzungen ins Deutsche und Englische (Booklet), die auch blank wie Gedichte lesbar sind. Das Ethnojazz-Ensemble in seiner momentanen Besetzung komplettiert sich mit Andrej Prozotorov (Sopransax), Jörg Mikula (Schlagzeug), Habib Samandi (Percussion), Joan Carlos Sungurlian Barsumian (Oud), Martin Berauer (Bass), an den Violinen Julia Pchler, Julia Ciesielska, Plamena Ivanova, Wie-Ya Lin an der Viola und Raimund Seidl am Cello. Zu Gast ist Werner Laher (Bass). Man spürt die Motivation dieser Profis und die Hingabe an diese leidenschaftliche Musik. Die Stilmischung ist technisch sehr anspruchsvoll. Das lassen sich die MusikerInnen aber nicht anerkennen.

„Özlem“ bedeutet Sehnsucht „Nomen est“ Programm. Auftakt bildet das Lied „Ask bitmez“ (Liebe endet nicht). Es versetzt sofort in ein „1000 und eine Nacht“- Gefühl, geht aber gleich zur Sache: Hinterfragt werden traditionelle Bewertungen und Interpretationen. Beantwortet wird aus betroffener Sicht: „Wem soll ich zugezwinkert haben?“ Frau, die ihre Haare offen trägt und elegant mit den Hüften schwingt, klärt auf. Sehnsucht findet sich in Zeilen wie „Nur ich, der Zug und du in mir“. Lebenssituationen werden taktvoll aber unbeschönigt transportiert. Bspw. Existenz ohne Legalität ( „ID“), Abschied, Zwangsheirat … sowie erotische Intimität im Titel „Sürme“ (dt. Lidstrich). Ein Freund, der mehr sein möge („Was uns fehlt ist ein Zimmer“) und ein keckes Lied über eine schwarze Katze lässt Kino im Kopf entstehen. Generell erhält man einen erstaunlichen Blick in eine Kultur, die sich uns viel ähnlicher erweist, als manch schneller subjektiver Eindruck. Die Gefühle der Menschen sind überall ähnlich. Und wenn z. B. von einer Zehnjährigen („Fatma“), die heiraten muss, erzählt wird, schockiert das nicht einmal. „Irgendwie“ wissen wir „es“. Die KünstlerInnen schaffen, dass man nicht in trauriges Ohnmächtigkeitsgefühl sinkt, sondern sich erinnert, dass genügend verändert werden muss, wenn man sich Mitgefühl und Solidarität auf die Brust heftet. Sinn und Sinnlichkeit Hochpoetische Dichtkunst, die auch ohne Übersetzung wirkt, schmeichelt Ohr und Emotionszentrum und was könnte diesen beeindruckenden Reigen musikalischer Vielfalt besser abrunden, als ein zartes Schlaflied, das des Abends durch Stimme und Klavier in Schlichtheit leuchtet? Was das Cover verspricht, hält die Musik: Hohe Qualität und wesentliche Botschaften. Ein starkes Stück, das man durchgehend im Player laufen lassen kann, trägt und fasziniert. Liebe war noch nie so unkitschig. Alexandra Leitner Foto Özlem Bulut: Marco Mestrovic

Özlem Bulut – Interview mit einer Brückenbauerin

Neu – Orientierung – Deutschland
Die in Wien lebende, türkisch-kurdischstämmige Sängerin Özlem Bulut hat eine großartige Stimme. Damit singt sie nicht nur wundervolle Lieder, sondern beantwortet auch Interviews wie dieses. Du warst in der Vergangenheit Strassenmusikerin und bist heute Opernsängerin – eine ungewöhnliche Kombination. Was gefällt Dir jeweils an diesen beiden unterschiedlichen Formen, Musik zu machen, und was gefällt Dir daran jeweils nicht so sehr? Als ich auf der Strasse gesungen habe war ich 15, ich war neugierig, wollte einfach mit anderen Menschen musizieren. Danach hab ich 13 Jahre Musik studiert. Diese Neugier trage ich immer noch in mir und die Spontanität, die ich schon damals gelernt habe, hilft mir immer noch. Die Opernwelt hat ihre eigenen Regeln. Dadurch bleibe ich diszipliniert und habe gute Kondition. Die Kombination ist ungewöhnlich, aber funksioniert sehr gut. Woher kommt eigentlich Deine Liebe zu all der verschiedenen Musik? Das kommt daher, dass ich in verschiedenen Welten aufgewachsen bin. Bin in der Türkei mit traditioneller anatolischer Musik aufgewachsen, danach habe ich klassische Musik und Jazz kennengelernt. Ich wollte unbedingt in Europa leben, um das faszinierende Kunstleben näher kennenzulernen. Ich geniesse es immer noch, und die Musik die ich als Kind gehört habe begleitet mich die ganze Zeit. Du hast in Istanbul Operngesang studiert. Inwiefern unterscheidet sich die Musikwelt in der Türkei von der Musikwelt in Österreich? Wenn wir die westlich-klassische Musik in Istanbul mit Österreich vergleichen, finden wir sicher viele Unterschiede. Oper hat keine Tradition in der Türkei. Es gibt gute Konservatorien, Gesangslehrer und Künstler, die überall in der Welt singen. Aber die staatliche Politik unterstützt die Entwicklung der Kunstszene nicht ausreichend. Daher müssen die Musiker, die gut ausgebildet sind Ihre Chancen eher in Europa suchen.
Wenn wir über die Musikwelt der Türkei – ausgenommen westlich-klassiche Musik – reden, kann ich sagen, dass besonders Istanbul mehr Möglichkeiten für Musiker bietet. Ein wesentlicher Grund dafür ist sicher, dass alleine in Istanbul 20 Milionen Menschen leben. Allein dadurch gibt es viel mehr Nachfrage. Wann und warum bist Du nach Österreich gekommen? Hast Du Dich dort auf Anhieb wohlgefühlt? Ich lebe seit sechs Jahren in Österreich. Bin mit einem Austauschprogramm nach Wien gekommen. Hab danach einige Wettbewerbe gewonnen, die mir Jobmöglichkeiten beschert haben. Inzwischen hab ich mein Bachelor- und Masterstudium fertig gemacht und arbeite seit fünf Jahren im Volksopernchor. Ich liebe Wien, hab mein Leben hier aufgebaut und bin recht glücklich hier. Hattest Du oft mit Vorurteilen zu kämpfen? Wie wird Dein selbstbewußtes Auftreten als kurdische Sängerin von konservativen türkischen Landsleuten aufgenommen? Ich habe sowohl in der Türkei als auch in Österreich mit Vorurteilen zu kämpfen. Wegen meiner Herkunft oder Stereotypen in den Köpfen der Menschen. Ich hatte, habe und werde hoffentlich nie Probleme mit meinen türkischen Landsleuten haben. Ich komme aus einer kurdisch-türkischen Familie und kenne daher beide Kulturen sehr gut. In der anatolischen Kultur gibt es mehr Liebe und Gastfreundschaft als Hass und Vorurteile. Es gibt leider Ausnahmen, ich habe sie aber persönlich nie erlebt und wurde immer sehr liebevoll angenommen.

Du bist hauptberuflich als Opernsängerin tätig, hast jedoch darüber hinaus auch noch die Özlem Bulut Band gegründet. Eure Musik lässt sich wohl am besten als Ethno-Jazz mit anatolischen und orientalischen Einflüssen bezeichnen. Stell uns doch kurz die bunte Schar der Musiker vor, mit denen Du für dieses Projekt zusammenarbeitest. Ich arbeite mit grossartigen Musikern wie Marco Annau, der für das Projekt komponiert, arrangiert und spielt. Er kommt aus Wien, hat in Wien Komposition und in Berklee Jazz studiert. Wir machen das gesamte musikalische Konzept zusammen. Juan Carlos Sungurlian spielt Oud und Buzuki, er kommt aus Uruguay und lebt in Graz. Andrej Prozorov ist ein grossartiger Saxaphonist aus der Ukraine. Wolfgang Köck spielt Bass-Gitarre und Jörg Mikula Schlagzeug. Der Percussionist stammt aus Tunesien. Wir sind ziemlich bunt – und das spürt man auch in unserer Musik. Neben eigenen Songs gibt es auf Euren Konzerten auch traditionelle Stück zu hören, wie z.B. das wunderschöne “Yagmur Yagar Tas Üstüne“. Nach welchen Kriterien entscheidest Du, welches traditionelle Stück es auf die Bühne schafft? Wir spielen auf unseren Konzerten zum Großteil unsere eigenen Kompositionen. Ich liebe die traditionelle anatolische Musik und beschäftige mich intensiv damit. Die Entscheidung bei welchem Konzert welche Lieder dargeboten werden, treffen wir immer von Fall zu Fall zusammen in der Band. Ihr habt bereits ein Studio-Album veröffentlicht. Gibt es schon Pläne für ein weiteres Album? Wir bereiten gerade unser zweites Album vor. Wir haben fast alle elf Lieder aufgenommen und sind mit dem Ergebnis extrem zufrieden! Im November werden wir das Werk veröffentlichen. Zum Song “Kimsin sen” findet man auf www.bulut.at ein wundervolles Musikvideo. Wie ist dieses Video entstanden? Das Lied lieben wir heiß und innig – wir wollten unbedingt ein Video dafür drehen. Wir haben dafür mit Georg Lemberg gearbeitet. Wir finden, das Video ist sehr gelungen. Du singst teilweise auch in Deiner kurdischen Muttersprache. Was magst Du an dieser Sprache besonders? Meine Muttersprache ist Türkisch, ich komme wie gesagt aus einer türkisch-kurdischen Familie. Kurdisch sollte daher eigentlich genauso meine Muttersprache sein. Daher lerne ich jetzt intensiv Kurdisch. Eine sehr musikalische und reiche Sprache – hoffentlich beherrsche ich sie bald ziemlich gut! Es heißt Musik – gerade Ethno-Musik – hilft dabei, Brücken zu bauen und Menschen zu verbinden. Ist es tatsächlich auch die Regel, dass es vor oder nach Deinen Konzerten zu grenzübergreifenden Dialogen im Publikum kommt? Wie werden Deine Konzerte von österreichischem oder auch deutschem Publikum angenommen? Unser letztes Konzert in Deutschland war Teil der Göttinger Händel Festspiele. Neben unserem üblichen Programm haben wir drei Händel-Stücke orientalisch interpretiert. Das Publikum war einfach genial! Die Leute waren die ganze Zeit intensiv dabei, gleichermaßen lustvoll und lustig. Es war für mich ein unvergessliches Konzert. Ich erzähle vor jedem Song die Geschichte des Liedes, wie es entstanden ist und was der Text bedeutet. Daher fühlen sich die Leute nicht fremd und können die Stimmung des Liedes aufnehmen, obwohl ich auf türkisch singe. Während und nach den Konzerten haben wir und das Publikum immer wieder rührende Momente. Egal in welcher Sprache und in welcher Kultur – letztlich leben, lieben, trauern und feiern wir alle ungefähr auf die selbe Weise. Sobald man diese Gefühle mit anderen Menschen mit Hilfe der Musik teilt, bildet sich automatisch eine Brücke. Dein soziales Engagement ist groß – Du hast schon eine Menge Benefizkonzerte gegeben, u.a. für Minderheiten in der Türkei, die um eine Schulbildung in Ihrer Muttersprache kämpfen, für Edbebenopfer in Van, die Menschenrechte in der Türkei und für türkische Frauentage. Wie siehst Du die Entwicklung in all diesen Punkten? Bist Du der Ansicht, dass sich die Dinge verbessern? Die Dinge verbessern sich, nicht besonders schnell, aber sie werden sich so oder so verbessern. Ich glaube zutiefst an eine Verbesserung nicht nur in der Türkei sondern auch in den arabischen Welt und in Europa. Ich versuche mein Bestes als Musikerin zu geben, damit ich Teil dieser Verbesserung sein darf. Wir bedanken uns für das Interview und wünschen weiterhin viel Erfolg bei diesem ehrenvollen Ansinnen.

http://www.neu-orientierung.de/news/oezlem-bulut-interview-mit-einer-brueckenbauerin/

Özlem Bulut – Müzikexpress

Hazırlayan: Kadri Karahan
Yeni albümünüz “Aşk” yurt dışında ve digital platformlarda dinleyiciniz ile buluştu. Bu yeni çalışmanıza gelmeden önce düne dönelim istiyorum ve aldığınız eğitimleri konuşalım istiyorum. Öncesi ülkemizde opera bölümü, sonrası Viyana’da lisans ve master. Daha sonra orada yaşamaya devam ettiniz ki neden böyle bir tercih yaptınız?
Viyana`da öğrenciliğim sırasında önüme bir sürü fırsat çıkmaya başladı. Buradaki yarışmalar, konserler, ajansların bolluğu, operanın ve sanatçıların teşvik halleri bir konservatuarlı için çok kapı açabilir boyutta. Bütün koşullar burada kalmamın daha doğru olduğuna işaret ediyordu ve ben de öyle yaptım.

Gelen süreç doğru değerlendirildi ki Avusturya hükümeti ilk albümünüz için destek verdi size ve 2010 yılında “Bulut” ile buluştuk. “Bulut” için farklı ülkeden müzisyenler bir araya geldi, doğaçlamalar ön plana çıktı ve övgüler almaya devam ettiniz? Bu ilk albüm sizin için nasıl bir heyecandı, nasıl bir buluşmaydı dinleyicinizle?
İlk albümümüz bir tesadüfler buluşmasıydı aslında. Katıldığım Avusturya dünya müzikleri yarışması için etrafımdaki müzisyenlerle iki beste hazırladım. Yarışmadan iki ödülle ayrıldık ve konser teklifleri gelmeye başladı. Proje hepimizi çok heyecanlandıran bir projeydi ve biz cover albüm yapmak istemedik. Çok yoğun bir çalışma döneminden sonra kendi şarkılarımızın olduğu ilk albümümüz çıktı. Bizimle beraber, bilinen şarkı ve türküleri yorumlayan Türkiyeli müzisyen profili resmi değişti Avusturya`da ve bu da büyük ilgi uyandırdı. İkinci albümde olduğu gibi ilk albümün çıkışında da çok destek aldık Avusturya müzik kurumlarından. İlk albümümde heyecanlıydık, ikinci albümde ayaklarımız biraz daha yere bastı. İlk albüme denedik, ikinci albümde daha çok yapmak istediklerimizi bulduk.

Özlem Bulut

“Bulut”la birlikte Donauinsel, Salam Orient, Morgenland ve Viyana Jazz Festivali gibi önemli festivallerde ve Avrupa`da pek çok önemli konserde sahne aldığınızı öğrendik, yine bir de önemli ödül getirdi size. Bu konserlerdeki atmosfer nasıldı, albüm ülkemizde de yayınlandı, buradaki ilgi nasıldı peki?
Biz pek çok ülkeye konserler vermeye gidiyoruz ve gittiğimiz her yerde şarkılarımızın ve bizim hikayemizi anlatıyorum ben, sohbet ediyoruz beraber. Bu da seyirciyi performansın bir parçası haline getiriyor. Her konserden büyük bir beğeni ve destekle ayrıldık şimdiye kadar. Avrupa’daki bu ilgi Avusturya’nın en başarılı göçmen kadın müzisyeni ödülünü getirdi bana. Türkiye`de çok fazla konserimiz olmadı, olanlar da harika geçti. Aynı dili konuşmanın avantajı yadsınamaz. Büyük bütçelerle ve kodaman şirketlerle çıkmadı ilk albüm ve bir anda büyük kitlelere ulaştık desek yalan olur. Ama ulaştığımız kitle bize her zaman destek verdi.

Şimdi yeni albüm “Aşk”a gelelim ki öncelikle on şarkıdan oluşuyor albüm ve nasıl doğuyor bu şarkılar, bu kez kim yol arkadaşlarınız oluyor, yine nasıl bir hazırlık ve kayıt süreci yaşıyorsunuz, kısaca neler hissediyorsunuz, neler olacak bu albümle?

“Aşk” albümünün bestelerini Marco Annau ile beraber hazırladık. Marco projenin ilk kuruluş aşamasından beri benimle. Çok güzel bir altyapısı var. Viyana`da bestecilik ve Amerika Berklee Akademi’de “Jazz Piyanistliği” eğitimi aldı, şarkılarımızda duyulan caz altyapılarının çoğu onun arajmanları. İlk albümde çalıştığımız pek çok arkadaş bu albümde de var, birçok yeni yüz de görmek mümkün. Martin Berauer bas gitarı ile bize katıldı mesela. Martin; Paris’te yasayan bir Avusturyalı ve Martin’in müzikalitesi ve tekniği bize çok şey kattı. Ukraynalı Andrej Prozorov ilk günden beri saksafonuyla bizimle beraber. Juan Carlos Sungurlian ise Osmanlı göçmeni, Uruguaylı bir ud ve buzuki sanatçısı. Onun doğaçlamaları ve fikirlerini albümde sıkça duymak mümkün. Baterist Jörg Mikula bizim mihenk taşlarımızdan. Albümde Tunuslu perküsyon sanatçısı Habib Samandi`nin harika darbuka soundu ve hatta vokalleri var. Üç sene çalıştık ikinci albümümüz için, çok emek verdiğimiz, her detayını defalarca tertip biçtiğimiz bir albüm oldu. İkinci bebeğimiz doğdu yani, çok mutluyum.

Özlem Bulut

Yurt dışında yaşayan müzisyenlerimizin genellikle karşılaştığı bir durum bu, şartları ne zor kılıyor ki eş zamanlı olarak CD üzerinden ulaşamıyoruz biz istediğimiz bu albümlere, neyse ki digital platformlar var ve imdadımıza yetişiyor, albüme ülkemizde en yakın ne zaman ulaşabileceğiz?

Şartları zor kılan plak şirketlerinin risk almak istememesi. Türkiye de bilinmeyen isimlerin desteklenmemesi, risk alan şirketlerin de projelerin tanıtımı ve reklamı için neredeyse hiç para harcamaması ya da harcayamaması. Pop piyasasısın tanınan isimleri dışında müzisyenler ve şirketler albüm satışlarından çok para kazanmıyor zaten. O yüzden Türkiye dışında ne kadar tanınırsa tanınsın insan, Türkiye’de hep biraz daha uzun sürüyor bir şeyler yapmak ki özellikle alışılmış müzik dışında bir şey yapıyorsan. Görüşmeler devam ediyor, yakındır, Türkiye`de de çıkacak albüm. Ama sizin de söylediğiniz gibi, o zamana kadar albüme İtunes üzerinden ulaşılabilir.

Albümün ilk klibi “Aşk Bitmez”e çekildi. Şarkı caz, pop ve hatta oryantal ritimlerle anlatıyor aşkı ki zaten öyle de bir şey, birçok renk değil mi aşk ya da klipteki duvak gibi beyaz mı sadece?

Evet, benim bir duvağım var klipte. Genel olarak öğretilmiş kadın karakterine olan antipatimden kaynaklanıyor bu kostüm. Beyazın ve gelinliğin sembol ettiği masumiyet hikayesi ve onun aşkla olan sahte paralelliğine vurgu yapmak istedik. Şarkının sözlerini dinleyince neden gelinlik kullanıldığı anlaşılıyor hemen.

Yolculuğunuz devam ederken müzikle başka kimleri dünyanıza dahil ediyorsunuz, kimleri dünden bugüne keyifle dinlediniz, kimler her zaman müzikte vazgeçilmeziniz oldu? Bir gün için çalışmayı istediğiniz bir müzisyen var mı bu anlamda?
Dinlemekten vazgeçemediğim pek çok isim var. Çocukluğum Ezginin Günlüğü’nün ilk üç albümünü dinleyerek geçti. Neşet Ertaş ve Abdal türküleri de çocukken hep kulağımdaydı. Lhasa yıllardır dinlediğim ve hiç bıkmadığım bir şarkıcı. Sarah Vaughan ve Ella Fitzgerald İstanbul’daki öğrenciliğimde gece gündüz bana eşlik etti ve tabi ki yakından da dinleme şansına ulaştığım pek çok opera şarkıcısı ve klasik müzik yorumcusu… Çalışmak istediğim çok müzisyen var, çok uzun bir liste yapmam gerekebilir 🙂

Özlem Bulut

Peki ya önümüzdeki süreçte neler olacak? Konserler bekleyecek mutlaka bizleri. Bu süreçte aslında konserlerinizdeki atmosferi de sormak istiyorum, dinleyicileriniz ile olan bu buluşmalar hayatınızda nasıl bir yerde, nasıl geçiyor, neler biriktiriyorsunuz?

Ağustos sonuna kadar ufak bir ara verdim. Sonra konserlerimiz başlayacak. Avusturya’daki konserler dışında İngiltere, Belçika, Almanya ve Polonya konserleri var. Kasım gibi Türkiye`ye gelmeyi planlıyoruz. Burada bizi takip eden, tanıyan, nerede olursak olalım atlayıp konserlerimize gelen bir dinleyici kitlemiz var. Türkiye`de de yavaş yavaş oluşuyor bu. Dinleyicilerle konser sırasında ve sonrasında sürekli kontak halindeyiz, sadece konserlerde de değil mail ve Facebook sayfası sayesinde de sürekli iletişimdeyiz.

Peki siz hakkında en çok neyi merak ediyorlar mesela, buradan neler söylemek istersiniz kendilerine?

Çok farklı ülkelerden, dillerden ve yas gruplarından dinleyici kitlemiz var ve en çok neden bu şarkıları yaptığım, nasıl hikayeleri olduğu merak ediliyor. İkinci albümde yer alan “Fatma“ şarkısı var mesela, çocuk gelinlerle ilgili ya da “Id Song“ iltica etmek zorunda kalanlarla ilgili. Dediğim gibi şarkıların benim ya da Marco`nun hikayesi ile çok ilişkisi var, o yüzden bunlarla ilgili çok soru geliyor. Onun dışında www.bulut.at adresinden bütün güncel konserler takip edilebilir. Facebook sayfasından yeni klipler, gelişmeler izlenebilir. Yakında blog için yazmaya da başlıyorum, o da olmadı merak eden herkes bana yazabilir, bazen uzun sürüyor bu kadar maile cevap vermek ama illaki cevap veriyorum.

Aşk gibi sorular da bitmez hiç ama yeniden yeniden buluşacağımızı düşündüğümden şimdilik bir mola verelim ve son olarak hayatınızın diğer güzelliklerini öğrenelim istiyorum, müziğin dışındaki sizi tanıyalım, dünyanızı başka neler tamamlıyor, neler süslüyor, neler yaşanır kılıyor?

Kendime zaman ayırabildiğim zamanı yemek yaparak geçiriyorum mesela, çok severek yemek yapıyorum. Onun dışında kitap kurduyum, plaklarım var, müzik dinliyorum. Harika arkadaşlarım var, onlarla zaman geçiriyorum. Bisiklete atlayıp bacaklarım ağrıyana kadar geziyorum. Bir de sevgili eşimle zaman geçiriyorum. Bugün provam yok, sarma yapacağım mesela 🙂

DER KLANG DER LIEBE

Helmut Neundlinger

Datum- seiten der Zeit

Seit 2008 arbeitet die „Özlem Bulut Band“ an einem west-östlichen Soundtrack. Auf der neuen CD „ask“ fügt sich der Dialog zwischen den musikalischen Welten zu einem hörenswerten Ganzen.

Wien ist und bleibt eine musikalische Drehscheibe. Wie in kaum einer anderen Stadt begegnen sich hier Ost und West im Bemühen um wechselseitigen Austausch. Zwischen Konservatorien, Jazzclubs und Kellerproberäumen hat sich in den vergangenen Jahren ein Netz von Musikerinnen und Musikern gebildet, die unter teilweise schwierigen Bedingungen wohl mehr zum lebendigen Sound der Stadt beitragen, als es die touristischen Aushängeschilder namens Philharmoniker oder Symphoniker jemals vermögen.

Ein bemerkenswertes Produkt dieses west-östlichen Klangschmelztiegels ist die seit 2008 bestehende Band der kurdisch-türkischen Sängerin Özlem Bulut und des Wiener Pianisten und Komponisten Marco Annau. Soeben hat das Septett unter dem Titel „aşk“ (dt. „Liebe“) seine zweite CD veröffentlicht. Das vermeintlich abgegriffene große Wort erhält in den zehn Nummern des Albums einen facettenreichen neuen Glanz: Vom ersten bis zum letzten Stück steckt die Liebe buchstäblich im Detail, was Arrangement, musikalische Präzision und die Inhalte der Songtexte betrifft. Mehr als zwei Jahre lang hat das Ensemble an den Aufnahmen der Produktion gearbeitet und dabei hörbar nichts dem Zufall überlassen. Trotz der atmosphärischen Dichte wirkt das Endprodukt niemals bombastisch oder überladen, sondern äußerst schlank und transparent.

„Mir war wichtig, eine CD zu produzieren, die man von A bis Z durchhören kann, ohne dass die musikalische Qualität an der einen oder anderen Stelle nachlässt“, erklärt der 1971 in Wien geborene Marco Annau. Er studierte Film- und Medienkomposition an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien und absolvierte später einen Studiengang für Jazzklavier am renommierten Berklee College of Music in den USA.

Schon vor dem Zusammentreffen mit der türkischen Sängerin Özlem Bulut bewegte sich Annau in verschiedensten Kontexten zwischen Jazz, klassischer Musik und Kompositionen für Theater, Film und Kabarett. Zu seinem Faible fürs Ironisch-Skurrile, das er unter anderem als Sideman des steirischen Brachial-Komödianten Alf Poier ausleben konnte, gesellte sich eine Affinität für die leiseren, subtileren Töne. Seine Homepage hat den gleichermaßen einfachen wie anspruchsvollen Titel www.tondichter.at und kann nicht zuletzt angesichts seines aktuellen Projektes durchaus programmatisch gedeutet werden.

Die 1982 in der türkischen Provinz Dersim geborene Sängerin Özlem Bulut begann ihre Karriere blutjung und on the road. „Ich wollte wie Janis Joplin sein“, erzählt Bulut. „Deshalb habe ich mit 13, 14 Jahren wie ein Hippie mit meiner Gitarre auf die Straße gestellt und gesungen.“ Auf besorgte Nachfragen ihrer Eltern, was sie denn eigentlich in ihrem weiteren Leben zu tun gedenke, antwortete sie: „Ich will Sängerin werden.“ Von ihrer kurze Zeit später absolvierten Aufnahmeprüfung am städtischen Konservatorium in Mersin, wo ihre Familie damals wohnte, erzähle man sich noch heute, sagt Bulut. „Ich trat dort mit ins Gesicht hängenden Haaren und zerrissenen Jeans auf. Zu der Zeit konnte ich nicht einmal Noten lesen, und ein Klavier hatte ich auch nie gesehen.“ Immerhin überzeugte sie stimmlich so sehr, dass sie aufgenommen wurde. Vier Jahre später übersiedelte Bulut nach Istanbul, um dort klassischen Gesang zu studieren. Mit einem Erasmus-Stipendium gelangte sie schließlich ins opernmythenumrankte Wien. „Am Anfang habe ich es sehr genossen, dass die Menschen hier einander so viel Raum lassen“, erzählt Bulut. „Mit der Zeit habe ich aber auch begriffen, dass der Grund dafür in einer großen Distanziertheit liegt. Da begann ich mich fremd zu fühlen und war auf die Frage zurückgeworfen: Wer bin ich eigentlich und wo will ich hin?“ Eine existenzielle Frage, die sich für Bulut nicht zuletzt auch in Bezug auf ihre musikalische Sozialisation stellte. „Ich habe bemerkt, dass ich keine Opernarien singe, wenn ich unter der Dusche stehe, sondern ganz andere Sachen für mich ausprobiere – eigene Melodien, die aus der Improvisation entstehen.“

Richtiggehend elektrisiert war sie schließlich 2007, als sie das Finale des „World Music Award“ im Jazzclub Porgy & Bess verfolgte. Es war Buluts erste Begegnung mit einer Szene, die in Wien seit Mitte der 1990er Jahre einen kontinuierlichen Aufstieg erlebt hatte. Waren es anfangs noch eher traditionell ausgerichtete Folklore-Ensembles gewesen, die mit einem starken Bezug zur jeweiligen Community agierten, nahm bald die Lust am Experimentieren und Überschreiten der streng gezogenen Grenzen überhand. Vor allem Musikerinnen wie Fatima Spar, Maja Osojnik, Angelica Castello oder Jelena Poprzan bewegten sich von Anfang an mit großer Neugierde zwischen den Genres, Traditionen und Subkulturen.

Özlem Bulut verließ den Club Porgy & Bess mit dem Vorsatz, im nächsten Jahr an diesem Wettbewerb teilzunehmen. Gemeinsam mit dem Geiger und Komponisten Roumen Dimitrov entwickelte sie zwei Stücke, reichte sie bei der Jury ein – und wurde prompt zum Finale eingeladen. Und weil man für den Auftritt noch einen Keyboarder suchte, sprach Dimitrov seinen alten Studienkollegen Marco Annau an. Im Porgy & Bess heimste das durch gerade einmal zwei, drei Proben zusammengeschweißte Ensemble sowohl den Publikums- als auch den Förderpreis ein. „Dann kamen schon erste Anfragen von Veranstaltern auf uns zu“, erzählt Annau. „Das Problem war, das wir bloß diese zwei Nummern hatten. Da stellte sich die Frage: Lassen wir’s gleich wieder oder machen wir wirklich ein g’scheites Projekt draus?“

Bulut und Annau entschieden sich für Letzteres, nicht zuletzt weil sie sich von Anfang an künstlerisch auf einer Wellenlänge wähnten. „Die allerersten Stücke waren in ihrem kompositorischen Gestus doch eher bombastisch“, erinnert sich Marco Annau. „Als ich dann die erste Nummer für unser Ensemble schrieb, war mir wichtig, der Stimme von Özlem auch im Arrangement Platz zu schaffen, denn schließlich steht sie im Zentrum dieser Musik.“ Mit der Zeit entwickelte sich zwischen dem Keyboarder und der Sängerin ein intensiver Austausch – nicht zuletzt in Hinblick darauf, was man in den einzelnen Songs eigentlich erzählen wollte.

„Die Arbeit an den Stücken läuft parallel ab“, erklärt Annau. „Wir reden viel über das, was wir täglich erleben. Dabei stoßen wir auf jene  Themen, die für uns relevant sind. Wenn wir so weit sind, schreibt einer von uns beiden den Text. Parallel dazu schreibe ich Melodien oder bestimmte Phrasen, musikalische Atmosphären. Wenn Özlem sich damit wohlfühlt, stricke ich daran weiter.“

Wie wichtig die inhaltliche Ebene der Songs für das Projekt ist, zeigt sich schon daran, dass sich im Booklet der CD eine englische und eine deutsche Übersetzung der im Original türkischen Liedtexte finden. Themen wie das Leben in der Illegalität („ID Song“) oder die Zwangsverheiratung von Mädchen („Fatma“) werden dabei ebenso verarbeitet wie intime Momente zwischen Mann und Frau („Sürme“) oder Abschiedsschmerz („Ninni“). Obwohl diese Lieder oft von existenziellen Ausnahmezuständen berichten, haftet ihnen keinerlei Schwermut an – weder in der Musik, noch in den Lyrics, die gerade schwierige Themen oft mit sinnlich-anarchischer Verspieltheit und Poesie behandeln. „Wenn wir in der Türkei spielen, sind die Leute extrem begeistert von dem Projekt“, erzählt Özlem Bulut, „weil wir die Dinge humorvoll oder kritisch erzählen.

Die Protestbewegung um den Gezipark in Istanbul hat gezeigt, dass die Jugend nicht schläft oder passiv ist. Viele Leute haben genug und wollen nicht mehr, nicht nur in der Politik, auch im Alltagsleben.“

In dieser Hinsicht lässt sich der Albumtitel „aşk“ auch als Botschaft der Liebe in einem weiteren, durchaus politischen Sinn des Wortes deuten. Die darin zum Ausdruck gebrachten Befindlichkeiten erzählen einerseits von sehr intimen Erlebnissen und Erfahrungen, erweisen sich andererseits aber offenbar auch als höchst teilbar und geben in gewisser Weise den Soundtrack zum Aufbruch in eine Welt der Offenheit und menschlichen Wärme ab. „Wir wollen, dass der emotionale Inhalt unserer Arbeit spürbar ist“, erklärt Marco Annau. „Dieser Filter ist für uns extrem wichtig.“ http://www.datum.at/artikel/der-klang-der-liebe/

Tiroler Tageszeitung , APA  – (Martin Fichter-Wöß)

Wiener Formation legt mit “Ask” zweites Album vor – Präsentation am Freitag im “Porgy & Bess” Bisweilen gibt es Musik, die sich so beharrlich der Einordnung in eine Schublade entzieht, dass es ihr tatsächlich gelingt, dieser Kategorisierung zu entgehen. Dieses musikalische Kunststück gelingt der Wiener “Özlem Bulut Band”, die am Freitag (21. März) mit “Ask” ihr zweites Album aus dem Zwischenreich von Jazz, anatolischer Volksmusik und westlichem Pop im “Porgy & Bess” präsentiert.   Eine Eigendefinition fällt der Band dabei selbst nicht leicht. “Das ist die schwerste Frage aller Zeiten für mich”, meint die quirlige Özlem Bulut im APA-Gespräch. Letztlich hat man einen eigenen Klang und eigenen Weg gefunden. “Eine Freundin hat einmal zu uns gesagt, dass sie sich bei uns an das türkische Kino der 50er Jahre erinnert fühlt, was mich sehr gefreut hat. Denn diese Atmosphäre und diese Emotionalität ist das, worauf ich ziele”, meint Komponist Marco Annau.   Dabei geht der Ursprung der Band auf das Jahr 2008 zurück. Damals stieß die Opernsängerin Bulut im Zuge der Vorbereitung auf einen Popwettbewerb auf den Pianisten Annau. Als die improvisierte Gruppe dann mit ihren zwei Nummern den Austrian Worldmusic Award gewann, stand man vor dem Problem, eine Menge Konzertanfragen, aber kein Programm zu haben. So entstand unter Hochdruck die erste, prosaisch noch “Bulut” betitelte Platte.   Die zweite Einspielung heißt nun “Ask”, nach dem türkischen Wort für Liebe. Thematisch sind die Texte allerdings breiter gespannt als der Titel vermuten lässt und handeln von Kinderheirat (“Fathma”) ebenso wie vom Leben ohne gültige Papiere (“ID song”). Dass man dabei nicht die Ironie vergisst, zeigt nicht zuletzt das Cover, auf dem die Sängerin als verruchte Braut mit Zigarette posiert.   Die Texte kommen im Wesentlichen von Bulut selbst, für das musikalische Konzept zeichnet im Gegenzug Annau verantwortlich – wobei sich das für ihn im Idealfall wechselseitig ergänzt: “Ich bin bei diesem Album nun der alleinige Komponist, aber zugleich war es mir wichtig, dass Özlems Kompositionsideen mit einfließen können.” Man sei weg von dem Konzept, dass ein Komponist für eine Sängerin schreibt, sondern verstehe sich sehr viel natürlicher als Einheit.   Überraschend ist dabei, dass der 42-jährige Pianist Annau als Komponist vor dem Bulut-Projekt praktisch keine Erfahrung mit orientalischer Melodik hatte. “Als Jugendlicher habe ich zwar viel Fusion Jazz gehört. Als ich dann aber die Chance bekommen habe, in der ‘Bulut’-Band dabei zu sein, habe ich mich bewusst eingehört und bin das sehr eklektisch angegangen. Ich versuche, die orientalischen Bausteine so zu verwenden, als wären sie ein Teil von mir.” Auch Bulut selbst hatte vor der Bandgründung im U-Musik-Bereich noch keine Erfahrung, war sie doch nach Wien gekommen, um Operngesang zu studieren. “U-Musik habe ich nur unter der Dusche gesungen”, lacht die 31-Jährige.   Ob man mit “Ask”, auf dem neben Piano und Stimme Saxofon, Percussion, die arabische Oud und bei einigen Nummern auch Streicher erklingen, nun schon den definitiven Bandsound für die nächsten Jahre gefunden hat, weiß die Sängerin noch nicht: “Gott weiß, was wir in drei Jahren machen werden? Beim ersten Album haben wir noch vieles durchprobiert, und dieses Suchen war auch schön. Aber wir sind jetzt tiefer gegangen und haben ein Gleichgewicht gefunden.”   Die Frage, ob man aus besserer Marktgängigkeit nicht lieber auf Englisch singen sollte, hat sich für die Band nie gestellt. “Das war in gewisser Weise ein Wagnis. Es ist aber aufgegangen”, so Annau. Der türkischen Kurdin Bulut liegt die Singsprache auch näher am Herzen: “Ich kann mich auf Türkisch einfach anders ausdrücken – ich singe nicht mehr nur, sondern spüre die Worte auch.”   Dabei profitiert sie von ihrer klassischen Stimmbildung als Koloratursopran, die sie in den Chor der Wiener Volksoper führte. “Wenn ich nicht 1.000 Stunden Opern geübt hätte, wären meine Farben anders und ich hätte nicht die Kondition. Das ist wie bei einem Sportler.” Dennoch hat sie nun ihr Engagement im Volksopernchor mit Saisonende gekündigt: “Diese Entscheidung habe ich nach sechs Jahren schweren Herzens getroffen. Irgendwann muss man sich aber für einen Weg entscheiden, und natürlich habe ich mich für meine Leidenschaft entschieden.”   Wohin es die Band nach der Präsentation der aktuellen Platte in Zukunft treibt, ist noch offen: “Wir haben lustige Coverideen, vielleicht wollen wir aber einfach auch mal wieder ein kleines Projekt ohne viele Musiker machen. Oder wir arbeiten in einem Jahr lieber mit 20 Leuten…”, zeigt sich Annau offen: “Ich genieße in diesem Projekt die künstlerische Freiheit, einfach unseren Bedürfnissen nachzugehen. Das Schöne ist, dass wir die Sachen völlig kompromisslos machen können.”

Hier Oper, da Pop

Kleinerzeitung

Mit der anmutigen Sängerin Özlem Bulut zieht heute Orientpop in die Grazer World-Music-Tage ein.

Kurdin in Wien, am Donnerstag mit Band in Graz: Sängerin Özlem Bulut Foto © PrivatKurdin in Wien, am Donnerstag mit Band in Graz: Sängerin Özlem Bulut

rau Bulut, Sie sind in der Südtürkei geboren, klassisch ausgebildete Sopranistin, seit 2007 wohnhaft in Wien und Mitglied im Volksopernchor. Sie arbeiten aber immer wieder auch im Bereich Ethno- und Orientpop. Haben Sie tatsächlich als Straßenmusikerin begonnen? ÖZLEM BULUT: Ja, das stimmt, obwohl das keinen großen Platz in meinem Leben hat. Bei uns in Mersin war das ganz normal, dass man sein Instrument nimmt und auf die Straße geht. Ich nahm die Gitarre oder die Saz, eine türkische Lautenart, und habe gesungen. Ich habe als kleines Kind überhaupt mit der Saz zu musizieren begonnen. Und wann fing der Ernst an? BULUT: Mein Vater wollte nicht, dass ich die ganze Zeit auf der Straße singe, und schickte mich aufs Konservatorium in Mersin, wo ich mit 15 mit Operngesang begann. Dann studierte ich in Istanbul und erhielt später ein Erasmus-Stipendium für Wien. Wie kamen Sie vom Operngesang zu Ihrer eigenen Musik? BULUT: Ich habe 15 Jahre lang Oper studiert. Als ich dann mit dem Pianisten Marco Annau begann, eigene Musik für unsere Band zu entwickeln, war es schwer, weil ich anfangs immer so komische Operntöne sang. Jetzt kann ich wirklich umschalten. Auf Ihrer CD “Bulut” geht das in Richtung Orientpop. BULUT: Ja, und auf unserem zweiten Album, das wir gerade aufnehmen, wird man das noch stärker spüren. Unsere Klangfarben sind viel tiefer und erwachsener geworden. Im Zentrum bleibt dabei immer jene Musik, mit der ich aufgewachsen bin. Wir waren schon beim Jazz Fest Wien und spielen im Mai beim Händel-Festival in Göttingen, wo wir einige Händel-Stücke orientalisch interpretieren. Ist Ihre Musik tanzbar? BULUT: Auf jeden Fall! Ich bin beleidigt, wenn keiner tanzt. Dann gehe ich durchs Publikum und zwinge die Leute dazu (lacht). INTERVIEW: OTMAR KLAMMER http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/kultur/3292705/hier-oper-da-pop.story

„Özlem Bulut Band“ in der Göttinger Musa

Göttinger Tageblatt
„Dafür hätte mich mein Professor rausgeworfen“.  Die türkische Sängerin Özlem Bulut sagt, was ihr in den Kopf kommt. Immer ist das wahr, manchmal aber zu bescheiden: Bulut und ihre sechsköpfige Band haben ein Konzert in der Musa abgeliefert, das der gesamten Musikgeschichte von Barock bis Jazz eine Liebeserklärung ausgestellt hat.

In Anatolien geboren, in Wien zuhause: Sängerin Özlem Bulut beherrscht die Musik beider Welten in Perfektion.

In Anatolien geboren, in Wien zuhause: Sängerin Özlem Bulut beherrscht die Musik beider Welten in Perfektion.
Göttingen. Das war ein wirkliches Cross-Over-Projekt: Nahtlos, musikalisch brillant und völlig natürlich verquickten die sieben Musiker Jazz, türkische Folklore und Barock. Das Ergebnis bescherte ihnen regelmäßigen Szenenapplaus und Standing Ovations. Die Musa diente zwar zum ersten Mal als Veranstaltungsort für das Barockspektakel, war aber dennoch restlos ausverkauft. Ein Experiment, das geglückt ist, und eine Nachahmung in den kommenden Jahren eigentlich unausweichlich macht. Buluts ethnische und musikalische Wurzeln liegen in Anatolien, ihr Gesang besitzt dementsprechend eine klagende, in Vierteltonbereichen fein schwingende Qualität. Aber: Sie ist ebenfalls eine unter anderem an der Wiener Volksoper ausgebildete Kolloratur-Sopranistin und singt Arien ebenso professionell wie Türkü, türkische Volksmusik. In schimmernde Rhythmen gekleidet Ihr Herz aber schlägt für den Jazz – nicht unbedingt als Genre, sondern als durchlässiges Feld unterschiedlichster musikalischer Einflüsse verstanden. Dementsprechend facettenreich waren ihre Händel-Adaptionen: „Oh had I Jubal‘s lyre“ aus Joshua (HWV 64) präsentierte sie in schimmernde Rhythmen gekleidet, die Percussionist Habib Samandi und Schlagzeuger Jörg Mikula erzeugten. Wolfgang Köck am E-Bass wechselte zu diesem Anlass mühelos in eine kontrapunktischere Ästhetik. „Ombra mai fu“ aus Xerxes (HWV 40) erinnerte dank Andrej Prozorovs virtuosem Sopransaxophon in positivster Weise sehr an Jazzgrößen wie Jan Garbarek. Für die Sarabande aus der Suite Nr. 4 d-Moll (HWV 437) hat das Ensemble sogar an der Taktart geschraubt. Das getragene Walzergefühl ist bei der „Özlem Bulut Band“ einem ungeraden, additiven Rhythmus gewichen, wie er so typisch für viele orientalische Stile ist. Die daraus entstehende, treibende Kraft sorgte für einen von zahllosen Gänsehaut-Momenten. Hier haben sich versierte Musiker wirklich einmal Gedanken gemacht. Carlos Sungurlian komplettierte die Freude Das Gros der Titel des Abends stammte allerdings nicht von Händel, sondern aus der Feder des Pianisten Marco Annau. Seine Kompositionen enthalten natürlich keine barocken Einflüsse, sind aber ebenso schillernd wie die Händel-Bearbeitungen. Harmonisch bedient er sich an Jazz, Bossa Nova und Fusion, lässt aber ebenso oft die Tonalität der arabischen Tonleiter durchscheinen. Carlos Sungurlian komplettierte diese Freude an der Veränderung mit seinem Oud-Spiel. Der einzige Wehrmutstropfen des Abends: Wenn die türkischen Texte nur halb so hörenswert wie ihre Melodien waren, hat das Publikum so einiges verpasst. Von Jonas Rohde http://www.goettinger-tageblatt.de/Nachrichten/Kultur/Themen/Haendel-Festspiele-2013/Oezlem-Bulut-Band-in-der-Goettinger-Musa

DEBÜTKONZERT

Koloraturen im Ethnojazz

Augsburger-Allgemeine Zeitung

Die türkisch-kurdische Sängerin Özlem Bulut mit ihrer Band im Ulmer Roxy

Özlem Bulut gastierte mit ihrer Band im Ulmer Roxy.

Foto: Roland Mayer

Ulm Sie wiegt ihre Hüften. Schlängelt die Arme übers offene Haar. Ihre Fingerschellen färben den Rhythmus mit silberhellen Ornamenten. Und erst ihre Stimme: Melancholie einer Abenddämmerung im Tal, das Jubilieren bei einer Bergwanderung. „Wer bist Du?“ Es menschelt gewaltig im Spektrum der türkisch-kurdischen Sängerin Özlem Bulut, die auf Einladung des deutsch-türkischen Vereins dessen Kulturwochen nun im Roxy im Kreis ihrer sechsköpfigen Band mit jazzig getränkter Weltmusik würzte. Mit anatolischer Musik groß geworden

In der Osttürkei geboren, mit anatolischer Musik aufgewachsen, geht Bulut nach Istanbul und verdingt sich dort erst mal als Straßenmusikantin. Ihre Eltern schicken den Teenager aufs Musikkonservatorium. 2006 kommt sie durch ein Erasmus-Stipendium nach Wien und ist seit 2008 festes Mitglied im Chor der Wiener Volksoper. In Wien schart sie im gleichen Jahr auch einen Zirkel von Jazzmusikern und Komponisten um sich: Özlem Bulut ist ein leuchtendes Beispiel für Integration durch Weltoffenheit, Talent und harte Arbeit. Blaues Kleid, lange Haare, charismatisches Lächeln, kosmopolitische, unaffektierte Ausstrahlung: Im Vorfeld ihres Ulmer Debütauftritts vermisst sie natürlich die Sonne. Doch die fängt sie gleich ein mit ihrer Musik, die mit Kompositionen des österreichisch-bulgarischen Komponisten Roumen Dimitrov vorbeischunkelt wie eine orientalische Hochzeitskarawane. Saxer Andrej verleiht den Stimmungsmachern mit melodiösen Jazzgirlanden zusätzliche Kicks. Eine Regenballade versprüht stimmliche Melancholie. Frauliche Anteilnahme beim „Lied für Fatima“: Als Zehnjährige musste sie heiraten, ward nie wieder gesehen – der Intrada mit zartem Glockenspiel folgt ein Balkanexpress. Zwischenmenschliches auch im weichen Fluss der Sechsachtel: „Du bist mein großer Fehler, aber ich liebe Dich“.

Dringend ein Glas Wasser braucht Özlem Bulut nach einem kurdischen Volkslied. Danach schimmert er wieder, ihr klassischer Koloratursopran, der Mittelpunkt ihrer mediterranen Percusiv- und Gitarrenband, wo Keyboarder Marco den erdigen Ethnojazz mit hintergründigen Facetten auch solistisch zusammenschweißt. Dann gibt’s noch einen Muntermacher mit Klezmer-Klarinette für die, die nicht zugeben können, dass sie eigentlich bis über beide Ohren ineinander verliebt sind. Und beim Ausklang, da darf schließlich auch das Publikum in Roxys gut besuchter Cafébar ganz europäisch-orientalisch mitsingen. (roma) http://www.augsburger-allgemeine.de/neu-ulm/Koloraturen-im-Ethnojazz-id23902326.html

Morgenland-Festival mit Bulut aus Wien

Fusion von Orient und Okzident

Osnabrückerzeitung
Variationsreiche Stimme: Sängerin Özlem Bulut. Foto: Uwe LewandowskiVariationsreiche Stimme: Sängerin Özlem Bulut. Foto: Uwe Lewandowski

Osnabrück. „Bulut“ ist das türkische Wort für Wolke. Eine kurdische Wolke schwebte jetzt zum Morgenland Festival: die Formation Bulut aus Wien. Mit heiterer arabischer Tanzmusik eröffnete das Sextett um Sängerin Özlem Bulut das Konzert, um später zu einer variationsreichen Fusion von traditioneller orientalischer Musik mit Pop und Jazz überzuwechseln.

Nur selten verliert Özlem Bulut ihr strahlendes Lächeln. Wenn sie beispielsweise das Lied „Kimsin Sen?“ interpretiert, diesen geheimnisvollen, dunklen Song, in dem sie sanft gehaucht fragt: „Wer bist du, dass du mich so berührst?“ Dann hat sie ihre großen Augen geschlossen, schaut ernst in sich hinein. Aber schon im nächsten Lied gibt sich die gebürtige Kurdin wieder ihrer Lebensfreude hin, singt einen Song in ihrer Heimatsprache, lacht und tanzt, sich selbst mit dem rhythmischen Klingeln von Zimbeln begleitend. Derweil unternimmt die Band eine Reise, die das Publikum nach Ostanatolien, der Heimat Buluts, und nach Istanbul, der Perle am Bosporus, entführt, um dort westlich geprägten Jazzrock zu praktizieren. Dann wird ein virtuoses arabisches Motiv von Oud-Spieler Juan Carlos Sungurlian Barsumian von einem Break beendet, der zu einem flirrenden Solo von Andrej Prozorov auf dem Sopransaxofon überleitet. Er ist derjenige, der neben der Sängerin an diesem Abend den meisten Applaus einheimsen kann, weil er neben flüssigen arabischen Themen auch einfühlsame Soli und brisante Jazzimprovisationen in die Lieder einbettet. Dagegen agiert Pianist Marco Annau eher im Hintergrund, obwohl er für die Komposition der Songs verantwortlich zeichnet. Er mixt Latin-Motive in den Arabic Jazz, bearbeitet original kurdische Lieder für das Ensemble und schreibt der Sängerin mit dem Titel „Der Regen“ ein Lied auf den Leib, das sie intensiv wie ein Kinderschlaflied interpretiert. Aber Özlem Bulut kann auch kokett: Ob das Lied von der „Meerjungfrau“ oder von der Farbe „Schwarz“, oft geht es in den Liedern um die Liebe, und es scheint, als gefiele es der Sängerin, die Männer um den Finger zu wickeln: „Ich mag es, wenn ich mit der Hand winke und 50 Männer mir folgen!“ Den Variationsreichtum ihrer Stimme, die orientalische Tremoli in den obersten Oktaven beherrscht, beweist sie mit jazzigen Improvisationen an der Schnittstelle zwischen Beatboxen und Scatgesang. Zum Schluss kehrt die Band zu den türkischen Tänzen zurück. Özlem Bulut geht auf die Suche nach Tänzern, setzt zu einem Dialog mit dem Sopransaxofon an, und wird erst nach einer Zugabe in den Feierabend entlassen. http://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/288514/morgenland-festival-mit-bulut-aus-wien

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